Antoinette Portis, Spriedel (Aladin)

Cover_Spriedel_Aladin_VerlagEine Empfehlung von Gerrit Völker

Tagein, tagaus immer nur „Piep“ zu sagen – nö, das ist dem kleinen braunen Spatz auf die Dauer doch viel zu öde. Vielleicht bringen ja ein paar sprachliche Varianten etwas Schwung in die Siedlung. „Spriedel friedel!“ zum Beispiel oder gar „Tiffel biffel und’n bissel miffel!“. Taube und Kardinal hat er gleich auf seiner Seite, Krähe aber gefällt das gar nicht: „Stopp! Du bist klein und braun und sagst gefälligst PIEP!“. Krähe schimpft, schmollt und bleibt bei „Krächz“. Aber zu spät, denn die Albernheit der drei Freunde ist längst angefacht: „Fupen – Hupen – Nini Pupen!“. Ob Krähe sich dem Klamauk entziehen kann?

Antoinette Portis‘ wundervoll illustriertes und gestaltetes Bilderbuch ist ein unangestrengt anarchisches Plädoyer gegen Rollenzwang und für die kleinen Verrücktheiten, die doch eigentlich das Salz in der Suppe sind. Sehr charmant übersetzt von Ebi Naumann. Und es passt gut in den Frühling. Blatzbadatz!

(übers. v. Ebi Naumann, Aladin, geb., 12,90 €)