Haruki Murakami, Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (DuMont)

Eine Empfehlung von Gerrit Völker

Nach seinem ziemlich abgefahrenen IQ84-Romanprojekt begibt sich Großmeister Murakami mit diesem leichter zugänglichen neuen Roman wieder in ruhigeres literarisches Fahrwasser. Warum nicht, denn er beherrscht auch das begnadet.

Tsukuru Tazaki, Mitte dreißig und ein ziemlicher Sonderling, erzählt seiner Freundin in Tokyo von seinen Jugendjahren in Nagoya, wo er bis zur Aufnahme seines Studiums gelebt hat. Bislang hat er sich nie wirklich damit beschäftigt, warum seine Clique, seine vier farbenfrohen Freunde, ihn von einem Tag auf den anderen verleugneten. Das hat ihn doch immerhin in eine abgrundtiefe persönliche Krise gestürzt. Das soll sich nun ändern und Tsukuru begibt sich auf eine Pilgerreise in die Vergangenheit und zu sich selbst.

Murakami schreibt ruhig und elegant in einer einfachen Sprache und führt den Leser mit seiner Hauptfigur erkenntnisstiftend zum Quell seines Übels. Beste anspruchsvolle Unterhaltung.

(übers. v.  Ursula Gräfe, DuMont, gebunden, 22,99 €)