Heinrich Steinfest, Das Leben und Sterben der Flugzeuge (Piper)

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Eine Empfehlung von Claudia Kürten

Der Spatz Quimp lebt ein durchaus erfreuliches Leben auf einem Pariser Bahnhof. Er ist jung, frei und  neugierig auf das, was ihn erwarten mag, nicht zuletzt von den Weibchen seiner Spezies.

Was merkwürdig ist: Quimp träumt. Und zwar nicht von köstlichem Futter oder künftigem Nestbau, sondern von einem Menschen, genauer einem Kommissar, der zwar Blind heißt, aber nicht blind ist.

Umgekehrt erlebt auch jener Kommissar Blind in seinen nächtlichen Träumen die Welt in Quimps Körper – so auch wie die Dinge aus dem Ruder zu laufen beginnen als Quimp aus heiterem Frühlingshimmel ein sterbender Spatz auf dem Kopf fällt, der ihn mit letzter Kraft auffordert, den legendären uralten Spatzen Pinesits in Wien vor einem Angriff der Menschen auf das Hauptquartier der Sperks (eine ebenso legendäre Kriegerkaste der Spatzen) zu warnen.

Wechselnd mit den Traum- und Wachphasen der beiden Protagonisten wird diese zwei Welten umspannende Geschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt: temporeich, unterhaltsam und mit einer guten Portion Ironie abgerundet. Einer Ironie, die nicht zuletzt dem zeitweise gegensätzlichen Empfinden der Hauptfiguren geschuldet ist, die das Verhalten des anderen zwar nicht beeinflussen, wohl aber kommentieren können… Lesen!

(Piper, gebunden, 25,- €)