John Lanchester, Kapital (Heyne)

351_41099_143317_xlEine Empfehlung von Simone Beule

Ein gut situiertes Mittelschichtsviertel in einer Großstadt, wie wir alle es kennen. In diesem Fall ist es Pepys Road, eine Straße in London, an der sich alles abspielt. Ihre Anwohner sind sich darin einig, dass sie es geschafft haben – gesellschaftlich, finanziell, persönlich. Alles wirkt sicher, kontrollierbar und geregelt. Bis eines Tages ein Nachbar nach dem anderen eine Postkarte mit der Drohung „Wir wollen, was ihr habt“ im Briefkasten findet. Wer steckt dahinter und was wollen die? Es beginnt ein unaufhaltsamer Sog, ein Abwärtstrend, dem keiner der Pepys-Road-Leute entgeht. Sie verlieren alles, ihren Glauben, ihre Familie, ihr Grundstück. „Kapital“ erzählt von der Fragilität einer allzu sehr auf Homogenität ausgerichteten bürgerlichen Gesellschaft und schafft es, der Finanzkrise ein persönliches schicksalhaftes Gesicht zu geben. Spannend und aktuell.

(übers. v. Dorothee Merkel, Heyne, Taschenbuch, 11,99 €)